Wege finden, die wirklich passen

Seit mehr als 25 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Führung, Personalwesen und Mitarbeitermotivation. Durch die Verbindung von betriebswirtschaftlicher Erfahrung und psychosozialer Kompetenz verstehe ich die Dynamiken und Muster menschlichen Handelns und weiß, wie man daraus handlungsorientierte Strategien entwickelt.

Doris Handhofer sitzt in einem Couchsessel

Welche Muster prägen Ihr Team?

Auch die stringentesten Recruiting Strategien bringen diverse Teams hervor.

Und das ist gut so, denn unterschiedliche Menschen steuern unterschiedliche Stärken bei. Vielfalt dient der Produktivität. Der verbindende Faktor muss die Freude an der gemeinsamen Zielerreichung sein, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Dauer der Firmenzugehörigkeit oder anderen Faktoren.Vielfalt ist allerdings kein Selbstläufer. Unterschiedliche Sicht- und Arbeitsweisen können auch zu Reibung, Missverständnissen und Spannungen führen.

Erst richtig geführt, wird aus dieser Vielfalt ein echter Wettbewerbsvorteil. Dafür benötigen Führungspersonen ein feines Gespür für zwischenmenschlichen Dynamiken im Team und die Fähigkeit, angemessen darauf zu reagieren. Genauso entscheidend ist es, die eigenen Muster und Trigger zu kennen: Denn nur wer sich selbst versteht, kann Vielfalt wirklich nutzen und ein Team souverän führen.

Wie ticken Sie als Führungsperson?

Es gibt zahlreiche Berater, deren Hauptaugenmerk es ist, die wirtschaftliche Effizienz eines Unternehmens zu steigern, was natürlich legitim ist. Als Führungsperson kann man allerdings nur dann wirklich Außergewöhnliches liefern, wenn man motivierte Mitarbeiter hat, denen man vertraut und vice versa. Dann, und nur dann, ziehen alle an einem Strang.  

Ein Blick durch die psychosoziale Brille ist für Führungskräfte ein großer Vorteil, um eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, die diesen Anforderungen gerecht wird. Denn letztlich ist diese Atmosphäre die Basis für Motivation und somit für das Erreichen der Unternehmensziele.  

Wie tickt die Berufswelt?

Der Wechsel in den Werten junger Arbeitnehmer stellt die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Vollzeitbeschäftigung ist nicht mehr die unhinterfragte Norm, auch nicht bei männlichen Arbeitnehmern. Der Wunsch nach Work-Life-Balance, Sinnorientierung und Zeit für die Familie sorgt für einen zunehmenden Trend zur Teilzeitbeschäftigung. Beschleunigt durch den Fachkräftemangel haben Arbeitnehmer eine größere Verhandlungsmacht. Gleichzeitig bleibt eine spürbare Kluft zwischen dem, was sich Mitarbeitende wünschen, und dem, was der Arbeitsmarkt tatsächlich anbietet.

Unabhängig von der Frage, ob man diese Entwicklung als richtig empfindet, müssen Unternehmen anerkennen, dass sich die Rahmenbedingungen der Arbeitswelt verändern.

Sich darauf einstellen zu können, ist ein wichtiges Asset.